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Untertanenmentalität heute
Ein literarischer Spiegel – und eine unbequeme Diagnose Heinrich Manns Der Untertan ist weit mehr als eine historische Satire. Der Roman beschreibt keinen Einzelfall, sondern einen Typus: den Menschen, der sich nicht an Prinzipien orientiert, sondern an Macht. Der Untertan ist nicht einfach gehorsam – er ist funktional. Er erkennt, wo Autorität liegt, und richtet sich danach aus. Nach oben sucht er Anschluss, nach unten zeigt er Härte. Seine Loyalität gilt nicht der Sache, s
rogertroger
18. März2 Min. Lesezeit
Wenn das Recht zur Kulisse verkommt – Über Doppelmoral, Macht und das selektive Gewissen des Westens
Es gibt Momente in der Weltgeschichte, in denen nicht nur Raketen einschlagen, sondern auch Begriffe zerbrechen. Einer dieser Begriffe ist das Völkerrecht . Ein anderer ist die vielbeschworene „regelbasierte Ordnung“. Und am zerbrechlichsten von allen scheint immer wieder das Wort „Prinzip“ zu sein. Vor einigen Jahren griff eine westliche Supermacht ein Land im Nahen Osten militärisch an – ohne Mandat des Sicherheitsrates, ohne unmittelbaren Verteidigungsfall, ohne dass ein a
rogertroger
1. März4 Min. Lesezeit


6. Januar – Tag der Intuition
Gaben, Intuition und Orientierung in einer komplexen Welt Der 6. Januar, der Dreikönigstag, markiert einen stillen, aber inhaltlich dichten Abschluss der Weihnachtszeit. Liturgisch spricht man von Epiphanie – vom Sichtbarwerden. Gemeint ist kein lautes Offenbarungsereignis, sondern ein langsames Erkennen: durch Zeichen, durch innere Bewegung, durch ein Sich-auf-den-Weg-Machen. Gerade darin liegt eine erstaunliche Aktualität dieses Tages – auch und gerade für säkular geprägte
rogertroger
6. Jan.3 Min. Lesezeit


Zwei Ellen, ein Massstab – eine Ordnung mit Vorzugsrecht
Es gibt eine Ordnung, die sich selbst „regelbasiert“ nennt. Sie spricht gern von Recht, von Freiheit, von Demokratie. Sie beansprucht Universalität – und praktiziert Ausnahme. Nicht jede Grenzverletzung ist gleich laut. Nicht jede Entführung ist gleich skandalös. Nicht jeder Angriff gilt als Angriff. Manche Taten werden mit moralischer Totalmobilmachung beantwortet. Andere verschwinden im diplomatischen Nebel. Nicht, weil sie harmloser wären – sondern weil sie von der richtig
rogertroger
3. Jan.2 Min. Lesezeit


Rituale am Übergang – Wenn Zeit, Emotion und Hoffnung sich berühren
Der Jahreswechsel ist, nüchtern betrachtet, eine menschliche Vereinbarung. Kein kosmischer Einschnitt, kein objektiver Bruch trennt den 31. Dezember vom 1. Januar. Und doch kennen viele dieses eigenartige Gefühl kurz vor Mitternacht: Die Zeit wird dicht. Erinnerungen drängen sich nach vorne. Hoffnungen melden sich leise. Manches schmerzt, anderes wärmt. Diese Emotionen entstehen nicht zufällig. Sie entstehen, weil wir einen Übergang markieren . Und Übergänge berühren uns tief
rogertroger
2. Jan.3 Min. Lesezeit


Weihnachten – eine schöne Geschichte, die es ernst meint
Heiligabend, Weihnachten und Stephanstag (24.–26. Dezember) Weihnachten hat einen seltsamen Ruf. Für die einen ist es ein Ort von Wärme, Licht und Vertrautheit. Für andere ein emotional aufgeladener Pflichttermin, voller Erwartungen, Erinnerungen und Überforderung. Manche halten es innerlich auf Abstand, weil es ihnen zu romantisch erscheint, zu inszeniert, zu fern vom wirklichen Leben. Und doch kehren diese Tage jedes Jahr wieder. Still. Hartnäckig. Als würden sie etwas berü
rogertroger
22. Dez. 20254 Min. Lesezeit
4. Advent – Wenn Nähe wichtiger wird als Geschwindigkeit
Der vierte Advent ist kein lautes Fest. Er ist kein Aufbruch mehr, kein Mahnruf, kein Weckruf wie die Wochen zuvor. Er ist Nähe. Während der erste Advent den Blick weitet, der zweite zur Umkehr ruft und der dritte eine paradoxe Freude inmitten des Wartens eröffnet, verdichtet sich im vierten Advent alles. Zeit, Erwartung, Hoffnung – sie rücken zusammen. Es ist, als würde die Welt den Atem anhalten. Theologisch gesehen stehen wir an einer Schwelle. Nicht mehr vor einer abstrak
rogertroger
21. Dez. 20253 Min. Lesezeit
3. Advent – Wenn Hoffnung nicht naiv ist
Der dritte Advent trägt einen ungewöhnlichen Namen: Gaudete – „Freut euch“. Mitten in einer Zeit des Wartens, mitten im Unfertigen, mitten in einer Welt, die nicht heil ist. Das wirkt auf viele Menschen befremdlich. Wie soll man sich freuen, wenn Nachrichten von Krisen, Überforderung und Polarisierung dominiert werden? Ist Freude nicht ein Luxus derer, denen es gut geht? Und doch: Genau hier setzt die Frohe Botschaft an – nicht als Vertröstung, sondern als Zumutung. Hoffnung
rogertroger
14. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Erinnern, Erkennen, Handeln: 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz
Einleitung: Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 80. Mal. Ein Tag, der uns nicht nur an die unermesslichen Schrecken erinnert, sondern auch Fragen nach unserer heutigen Verantwortung aufwirft. Was bedeutet "Nie wieder" in unserer Zeit? Wie können wir sicherstellen, dass die Erinnerung lebendig bleibt? Historische Verantwortung und ethische Mahnung: Auschwitz steht wie kaum ein anderer Ort für die dunkelste Seite der Menschheitsgeschi
rogertroger
24. Jan. 20252 Min. Lesezeit
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